Eine Geschichte

Am Ende vieler Bücher gibt es eine Danksagung. Das ist das, was ich persönlich meistens nicht mehr lese. Ich möchte diese Stelle nutzen, um meinem hohen Blutdruck Danke zu sagen.
Eigentlich ging es mir gesundheitlich gut. Durch Zufall habe ich meinen Blutdruck gemessen und bemerkt, dass er viel zu hoch war. Ich begann ihn immer öfter zu kontrollieren und mir immer mehr Sorgen zu machen. Ich versuchte mir selbst mit meiner eigenen Methode zu helfen. Bei (fast) allen anderen schien sie zu funktionieren, nur bei mir selbst nicht. Ich suchte nach anderen Menschen, die mir helfen sollten. Am besten sollten sie hellsichtig sein. Sie sollten mein Geheimnis aufdecken, mir endlich die Ursache zeigen. Warum ist der Blutdruck nur so hoch? Es geht mir doch gut. Ich habe ein tolles Leben, ich bin glücklich, ich habe keinen Druck.
Je mehr ich unternahm, desto höher wurde er. Am Ende brachte ich es auf 208/121.
Langsam bekam ich Panik. Soll ich etwa doch zur Schulmedizin, die gefürchteten Betablocker nehmen? Immerhin erhalten sie am Leben. Andere nehmen sie auch. Das stellt aber meine ganze Einstellung in Frage.
Andere sagten: „Wie lange willst du das noch aushalten? Bringst dich selbst in Gefahr. Du siehst doch, dass das was du tust nicht hilft.“

Da brachte mir eine Patientin ein Buch mit: „Die fünf geistigen Gesetze der Heilung“ von Marion Kohn.
Ich las die ersten Seiten und wusste sofort, das ist es. Sie beschrieb die Gesetzmäßigkeiten der Abfolge von Geschehnissen, das Zusammenspiel von Ursache und Wirkung. Es unterstrich meine Methode und ich konnte sie dadurch besser verstehen.
Frau Kohn hatte den Ansatz, alles was einem geschieht, ist ein Spiegel. Man soll sich immer anschauen, welches Urteil fälle ich über jemanden oder eine Situation. Dann sucht man danach, wo oder in welchem Zusammenhang das selbe Urteil schon einmal gefällt wurde.
Es löste ganze Gedankenketten in mir aus und ich begann alles auf neue Weise zu hinterfragen. Besonders interessierten mich die Dinge, die mich aufregten, sozusagen nicht kalt ließen.

So sinnierte ich zum Beispiel darüber, warum viele Schulmediziner nicht die Erkenntnisse eines Heilpraktikers annehmen können. Ich dachte, wenn sie meinen Denkansatz anerkennen würden, müsste alles, was sie bisher gelernt haben in Frage gestellt werden. Wer will das schon?
Nach Marion Kohn fragte ich mich nun, wo ist mir das schon mal passiert?
Ich brauchte nicht lange zurück denken. Mir fiel ein Telefonat mit meiner Schwester ein. Sie erzählte mir ganz begeistert von einem Buch, wo man nicht mehr auf Ursache und Wirkung schauen braucht und einfach so gesund werden kann.
In mir bäumte sich alles auf. So ein Quatsch. Die Ursachen sind unwichtig! Ich war gerade dabei, die Suche nach Ursache und Wirkung noch weiter zu perfektionieren. Oh, da ist es!! Das würde ja meine Methode in Frage stellen. O.k., ich beschloss, mich mit meiner Schwester zu verabreden und es zuzulassen, mehr über dieses Buch zu erfahren.
Letztendlich ging es darum, sich selbst nicht im Wege zu stehen, sein eigenes Ego draußen zu lassen und die Heilung Gott zu überlassen.
Bei unserem Gespräch fiel mir folgendes auf. In meiner Angst vor dem Bluthochdruck hatte ich angefangen zu beten. Das hörte sich in etwa so an: „Lieber Gott hilf mir den Blutdruck auf ein Optimum herunterzufahren und zeige mir die Ursache. Ich will auch alles tun, um es zu verstehen.“
Plötzlich ging mir ein Licht auf. Warum mache ich denn Gott Vorschriften, dass er mir die Ursache zeigen soll, um meinen Blutdruck zu senken. Er kann mir ja gar nicht helfen, wenn es für mich nicht wichtig sein sollte die Ursache zu finden. Ich stand mir also mit meinem Wunsch selbst im Weg.

Am Abend ging ich ins Bett und betete abermals zu Gott. „Bitte hilf mir gesund zu werden.“ Außerdem bat ich um Vergebung, dass ich ihm Vorschriften machen wollte. Ich ließ nun los und übergab die Lösung an Gott. So schlief ich ein. In der Nacht durchströmte mich ein unglaubliches weißes Licht. Ich war so berührt und fiel in eine tiefe Dankbarkeit. Dankbarkeit gegenüber Gott, gegenüber Marion Kohn, dass sie das Buch über die fünf geistigen Gesetze geschrieben hat. Dankbarkeit gegenüber meiner Schwester, gegenüber meinem Mann, gegenüber seinen Fehlern …. Und ich verstand, dass er alles nur aus Liebe zu mir getan hat, um mich zu dieser Erkenntnis zu führen.
Dann kam Dankbarkeit gegenüber meinem Opa, meiner Oma, meinem Vater, meiner Mutter, allen Menschen gegenüber, die mir jemals begegnet sind. Und ich dankte allen, dass sie genauso waren, wie sie sind. Ganz besonders dankte ich jenen die mir eher unangenehm waren und mir die Lehren erteilt haben, die ich brauchte. Ich zerfloss in Dankbarkeit und es fühlte sich nur noch unbeschreiblich gut an.
Ich dankte Gott noch mal und sagte: „Ich habs verstanden.“
Danke!
Anschließend schlief ich erneut ein. Ich träumte, ich bin bei meiner Schwester und ihrem Mann. Wir sitzen gemeinsam am Tisch. Plötzlich beginnt sich die Tischplatte zu bewegen. Ich sah erschrocken hin und sagte: „Guck mal da!“ Dann begann sich auch die Couch zu bewegen, auf der ich saß. Ich geriet in Panik. Augenblicklich wachte ich auf und merkte, ich bin wieder in meinem Bett. Fred liegt neben mir und schnarcht leise vor sich hin.
Dann spürte ich plötzlich, wie meine Seele aus dem inneren meines Körpers aufstieg und die Hülle meines Körpers zurück ließ. Ich dachte ganz ruhig: “O.k., auch das darf sein. Ich vertraue Gott und wenn es sein soll kehren wir zurück.“
Augenblicklich war ich wieder in meinem Körper. Mein Herz raste. Es holperte zwei Mal tüchtig und ich spürte, dass sich etwas in meinem Körper tat. Ich hatte das Gefühl, der Blutdruck ging mal rauf, mal runter. Ruhe und Unruhe wechselten sich ab. Irgendwann schlief ich selig ein.

Warum schreibe ich das?

Ich will euch damit sagen. Jeder Mensch ist anders, jeder braucht etwas anderes. Der eine braucht die Schulmedizin, der andere braucht die Ursache, der nächste die Lösung.
Tretet einen Schritt zur Seite. Lasst euer Ego los. Die Heilung geschieht, wenn Gott es will.

DANKE!